Mit den ersten Zahlungen beginnen auch die Diskussionen, welche meist nach den gleichen Regeln ablaufen. Kinder haben viele Wünsche, die sie sich vom Taschengeld meist nicht alle erfüllen können. Dies ist jedoch keinesfalls ein Problem, sondern sehr gut so.
Mit dem Taschengeld lernen Kinder spielerisch, mit Geld umzugehen, und größere Anschaffungen zu planen. Sparen, haushalten und auswählen werden so gefördert und bereiten die Kinder hervorragend auf das Erwachsenenleben vor. Denn auch wir können uns, von wenigen Ausnahmen vielleicht abgesehen, nicht jederzeit alles leisten, was wir uns gerade wünschen.
Um jedoch den Lernzweck des Taschengeldes zu erhalten und zu unterstützen, sollten Eltern einige wichtige Punkte beachten.
So sollte Taschengeld regelmäßig in immer gleichen Abständen gezahlt werden. Bei jüngeren Kindern am besten wöchentlich, da es für sie schwer ist, größere Zeitabstände tatsächlich zu überblicken. Erst etwa ab dem 10. Lebensjahr ist es sinnvoll, die Zeitabstände langsam auszuweiten. So können Kinder zwischen 10 und 13 Jahren allmählich lernen, auch für längere Zeit zu planen, wenn sie ihr Taschengeld zuerst alle zwei Wochen und später einmal im Monat erhalten.
Taschengeld sollte jedoch keinesfalls für Schulsachen oder Kleidung ausgegeben werden müssen. Dies bleibt auch weiterhin Aufgabe der Eltern, während das erste eigene Geld den Kindern zur freien Verfügung steht, und sie damit kaufen können, was sie möchten.
Und auch als Strafe oder Belohnung ist Taschengeld nicht geeignet. Müssten Kinder beispielsweise bei schlechten Noten damit rechnen, dass ihr Taschengeld gekürzt wird, so könnten sie nicht mehr planen, und der Anreiz beispielsweise auf einen größeren Wunsch zu sparen, wäre nicht mehr gegeben.
Natürlich sollten Eltern deshalb auch Geld, welches das Kind beispielsweise bei kleinen Nebenjobs verdient oder von Verwandten geschenkt bekommt, nicht mit dem Taschengeld verrechnen.
Den richtigen Umgang mit dem ersten eigenen Geld lernen Kinder meistens übrigens ganz von allein. Die bergeweise gekauften Süßigkeiten, welche nahezu jedes Kind in den ersten Wochen mit nach Hause bringt, werden spätestens dann verschwinden, wenn Kinder die Erfahrung machen, dass ihnen in diesem Falle das Geld fehlt, um beispielsweise eine gewünschte Zeitschrift zu kaufen.
Am ehesten gehen jedoch in den meisten Familien die Meinungen dann auseinander, wenn es um die Frage der Höhe des Taschengeldes geht. Den Satz „Mama der … bekommt aber viel mehr Taschengeld“ kennen wohl fast alle Eltern. Trotzdem ist es wichtig, dass der Betrag sich nicht nur an dem orientiert, was Freunde des Kindes bekommen, sondern hierbei auch Rücksicht auf die finanzielle Situation der Eltern genommen wird. Dies können Kinder und Jugendlichen jedoch nur dann verstehen, wenn Eltern offen darüber sprechen.
Als Orientierung bei der Entscheidung über die Höhe des Taschengeldes können jedoch Zahlen dienen, welche die Jugendämter in unterschiedlichen Abständen veröffentlichen. Die Empfehlungen liegen momentan für den Anfang bei 50 Cent pro Woche. Kinder zwischen 7 und 8 Jahren sollten etwa 1,50-2,00€ pro Woche erhalten und Kinder zwischen 8 und 9 Jahren 2,50-3,00€. Danach dient das Alter des Kindes als guter Anhaltspunkt für die monatlichen Beträge. Bei 10jährigen etwa 10,–€. Erst Ab einem Alter von etwa 14-15 Jahren steigen die Beträge deutlicher an. So wären hier etwa 20-25 Euro sinnvoll, wobei das Taschengeld jedes Jahr um 5-10 Euro steigen sollte, um Kinder auch an den Umgang mit größeren Beträgen heran zu führen.
Gar kein Taschengeld zu zahlen wäre hingegen nicht gut für die Entwicklung der Kinder, da diese so gezwungen wären, wie Bittsteller zu leben, ohne eigene Entscheidungen treffen zu können.